Diese Website benutzt Cookies. Außerdem werden Webdienste anderer Anbieter wie Youtube und Googlemaps eingebunden.
Wenn du durch unsere Seiten surfst, gehen wir von deinem Einverständnis aus.

Blog Post

Jugendvertretung zur Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare

Jugendvertretung zur Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare
Evangelische Jugenvertretung Mecklenburg
„Die EJM spricht sich für die Gleichstellung Homosexueller in der Nordkirche aus. Insbesondere fordern wir, dass Homosexuelle kirchlich getraut werden können.“

Beschlussbegründung

„Denn ihr seid alle Söhne und Töchter Gottes durch den Glauben in Christus Jesus. Ihr alle nämlich, die ihr auf Christus getauft wurdet, habt Christus angezogen. Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Sklave noch Freier, da ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid alle eins in Christus Jesus.“
Gal 3,26-28

Die Unumgänglichkeit der Gleichstellung Homosexueller in der Kirche ergibt sich aus drei theologischen Grundannahmen.

1) Modernes Bibelverständnis

Sämtliche überlieferte Schriften sind durch den kulturhistorischen Kontext ihrer Verfasser bedingt. Gerade bei der Bibel – mit ihrer Vielzahl an Verfassern und ihrem langen Entstehungszeitraum – können einzelne Aussagen nicht isoliert betrachtet und nicht unhinterfragt und unbedacht als maßgeblich fürs Christentum aufgefasst werden.

Diese wesentliche Erkenntnis der modernen Theologie ist auch bei den Bibelstellen, die Homosexualität thematisieren oder einen Bezug zu Homosexualität herstellen lassen, anzuwenden.

Dementsprechend können einschlägige Bibelverse nicht als Argument für die Qualifizierung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften als von Gott ungewollt funktionieren.

2) Sonderstellung der Ehe

Die Ehe hat unter Christen einen besonderen Stellenwert als Partnerschaft zwischen zwei Menschen. Als eine Partnerschaft zwischen Liebenden, die sich für lange Zeit aneinander binden, um „fürsorglich, liebevoll und verzeihend“ miteinander umzugehen und sich einander in „Freiwilligkeit [und] Respekt vor der Selbstbestimmung und der Würde des Partners“ zu nähern, ist die Ehe ein Ideal. Dieses Ideal gilt im christlichen Verständnis als Orientierungspunkt für alle Beziehungsformen zwischen sich liebenden Menschen, die unabhängig von ihren Stärken und Schwächen in dieser Form der Liebe auch eine Verbindung zu Gott finden können.
(Zitate aus: Leitlinien kirchlichen Lebens der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Handreichung für eine kirchliche Lebensordnung, Gütersloh 2003, S. 76 und 72.)

3) Gleichheit vor Gott

Vor Gott sind alle gleich, er liebt den Menschen bedingungslos ohne Ansehen seiner Sünden und wendet sich ihnen ohne Unterschied zu. Das gilt für alle und somit auch für homosexuelle Menschen. Das ist der Grund, warum Menschen in der Kirche aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Ethnie, ihrer sexuellen Orientierung nicht diskriminiert werden dürfen.

Homosexuellen nun aber den im christlichen Kontext besonderen Beziehungsstatus der Ehe vorzuenthalten, heißt, ihnen die Fähigkeit zu dieser Form der Partnerschaft abzusprechen – und damit eine Möglichkeit der Beziehung zu Gott. Das ist diskriminierend und kann in Gottes Sinne kaum sein.

Ein Diskurs auf Augenhöhe

Besonders in der lutherischen Kirche ist klar, dass eine kirchenpolitische Entscheidung nicht über das Glaubensverständnis und die theologische Orientierung des einzelnen bestimmen kann. Es ist vielmehr eine Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität und Kirche nötig, in der auf Augenhöhe mit allen Beteiligten die theologische Einordnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, aber auch von Partnerschaften überhaupt diskutiert wird.

Um aber einen Diskurs auf Augenhöhe zu ermöglichen, muss diese in allen Belangen hergestellt werden. Dazu gehört auch, dass Homosexuelle in der Kirche die gleichen Rechte genießen wie alle anderen. Andernfalls beginnt eine Diskussion von vornherein mit einer Asymmetrie, die dem Wesen eines Diskurses entgegensteht.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Related Posts